Schritt 16. - Belagsfläche, Fundationsschicht, Fuge
Der Einbau eines wasserdurchlässigen Belages ist möglich wenn- kein Umgang mit bzw. keine Lagerung von wassergefährdenden Stoffen stattfindet,
- der Flurabstand zur maximalen Grundwasseroberfläche 1 m zuzüglich Fundationsschicht und Pflasterschicht beträgt,
- Die Empfindlichkeit des Grundwassers eine Versickerung zulässt (Siehe hierzu Schritt 11.),
- auf Taumitteleinsatz verzichtet werden kann,
- ausserhalb von Wasserschutzzonen,mit Ausnahme von Geh- und Radwegen.
- Einsatz nur bei geringer Verkehrsbelastung.
- Der Unterboden ausreichend versickerungsfähig ist, oder eine Entwässerung duch ableitung stattfindet.
Aufbauprinzip Tragschicht - Ausgleichsschicht - Unterboden Ausgleichsschicht (Bettungschicht)
Körnung 0/22, 2/4, 4/8 oder 0/8Den Abschluss der Fundationsschicht bildet die Ausgleichsschicht (Bettungsschicht) aus gebrochenem Kiesmaterial mit der Körnung 0/22 (0-2,2 mm; entspr. SIA 318).
Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von 2/4 oder 4/8 mm Splitt speziell bei Sickerfähigen Pflasterbelägen. Auch Kies 0/8 mm ist möglich.
Der abschlämmbare Feinanteil (≤ 0.063 mm) darf 5% nicht überschreiten.
Das Grösstkorn soll ≤ 8 mm sein.
Prüfung mittels SiebkurveAuch sollte man im Zweifelsfalle die Filterstabilität der Fugen-, Bettungs- und Tragschichtmaterialien überprüfen.
Schichtstärke 30 bis 50 mmDie Schichtstärke verdichtet beträgt minimal 30 mm und maximal 50 mm.
Ausschwemmung des FeinanteilsWird kein Sand/Splitt-Gemisch für die Bettungsschicht verwendet, z.B. reiner Splitt, Kies 2/4 oder 4/8 mm, rieselt das feinkörnige Fugenmaterial vermehrt in die Poren der Bettungsschicht ein.
In diesem Fall muss das Einsanden wiederholt werden.
Fundationsschicht
Kiessand der Klasse I Körnung 0/32Für die Fundationsschicht von sickerfähigen Belägen sollte Kiessand der Klasse I mit der Körnung 0/32 (0 bis 3,2mm) verwendet werden.
Bei der Bestellung ist anzugeben:
Feinanteil (Korngrösse < 0,063 bzw. 0,09 mm) höchstens 5 Masse-Prozent.
Einbaustärken 5 cm mehrDie Einbaustärken liegen je nach Belastung zwischen 30 und 80 cm. Sie müssen sich an der VSS - Norm orientieren.
Da die Wasserverhältnisse bei von oben anfallendem Wasser ungünstig sind, wird empfohlen die Fundationsstärke immer um 5 cm zu verstärken.
Stabilizer-, SaibrobelägeDer Unterbau von Stabilizer- und Saibro- Belägen ist entsprechend Herstellerangaben zu gestalten. Bei diesen Belägen ist besonders auf die Einhaltung der Herstellerangaben zu achten, da ihre volle Funktionsfähigkeit schon bei kleineren Abweichungen nicht gegeben ist.
Untergrund
Untergrund nicht verdichtenDa bei wasserdurchlässigen Belägen keine bzw. nur eine minimal erforderliche Oberboden-Schicht eingebracht wird, ist es unerlässlich, dass unter der Fundationsschicht ein nicht verdichteter, natürlicher Unterboden von mehr als 20 cm Stärke vorhanden ist, welcher die Wirkung des Oberbodens ergänzt (entsprechend VSA Richtlinie).
Die Forderung eines unverdichteten Untergrunds beim Wegebau ist in der Praxis schwer zu erfüllen, und widerspricht unter bestimmten Bedingungen auch den VSS-Normen. Hierzu bedarf es noch der Entwicklung einer Durchführungsanleitung und der Abklärung zwischen den Verbänden.
Enwässerung nötigFundationsschichten unter wasserdurchlässigen Belägen sollten über den ausreichend versickerungsfähigem Untergrund mit einer
spezifische Sickerleistung (S spez) von mindestens 1 l/min u. m²
oder durch entsprechende Drainagemassnahmen entwässert werden.
Nicht sickerfähiger UntergrundAuch auf nicht versickerungsfähigen Untergründen sind wasserdurchlässige Beläge sinnvoll. Durch die Möglichkeit der Infiltratrion des Wegaufbaus wird das Wasser zeitlich verzögert abgeleitet. Belag und Kiesunterbau dienen als einfacher Filter für Schmutzstoffe.
Folgende Massnahmen sind zu berücksichtigen:
- Anhebung des Weg-, oder Platzniveau über das Umgebungsniveau,
- Anlage einer umgebenden Grabenmulde mit Entwässerung in ungefährdete Flächen wie Sickersystem, Wiese, Bach, Graben oder Kanalisation oder Waldfläche,
- Einbau eines quer und längs Gefälles,
- Einbau von querliegenden Drainagerohren auf oder unter der Fundationssohle im Abstand von ca. 8m oder mindestens an den Wegetiefpunkten.
Gefälle 1 % - 2 %Die Fläche sollte mit einem Gefälle von 1 % bis maximal 2% angelegt werden, damit bei Starkregenereignissen das Regenwasser auch oberflächlich
abfliessen kann..
Fugenausbildung
Aussparungen mit Oberboden anreichernAussparungen zwischen den Steinen sollen mit Oberboden ausgefüllt oder das Sand-, Splittgemisch damit angereichert werden und mit einer anspruchslosen Grassmischung eingesät werden(entspr. VSA Richtl. S.35).
Fugen nicht zu dichtZwischen Abstandhalter und benachbartem Stein soll noch mindestens ein Millimeter belassen werden, damit die Flache ihre Flexibilität erhält.
Pflastersteine aus haufwerkporigem Beton müssen mit einer ausreichenden Fuge von 3 - 5 mm eingebaut werden, um die Fugen mit Splitt der Körnung 0 – 22 mm füllen zu können (entspr. SIA 318).
Substratvorschlag für begrünte FugenFür stark aufgeweitete Fugen wird folgendes Substratgemisch empfohlen:
Max. 10 % Oberboden, Bodengruppe 1, 20 % Splitt der Körnung 5/8 mm. 70% Brechsand-Splitt-Gemisch der Körnung 0 - 5 mm Vorzugsweise sollte Sand oder Splitt aus Lava verwendet werden, um die Wasserkapazität für die Begrünung zu erhöhen.
Mit diesem Gemisch ist die Fuge bis 1 cm unterhalb der Oberkante zu befüllen.
Anschliessend kann dann die Rasenansaat durchgeführt werden. Ist diese erfolgt, wird abgekehrt und dann abgerüttelt; ggf. sind einzelne Fugen, aufgrund starker Setzung beim Abrütteln, mit Substratgemisch nachzufüllen.
Körnung 0/1, 0/22Das Fugenmaterial muss auf das Bettungsmaterial abgestimmt sein. Geeignete und bewährte Fugen- Splitte sind:
– Sand 0/1, 0/22, 0/4 mm
– bei breiten Fugen, ein kornabgestuftes Sand/Splitt-Gemisch 0/4 mm.
NotentwässerungAbfliessendes Wasser muss über eine Notentwässerung geführt werden.
Eine Notentwässerung gehört zu den Planungsgrundsätzen versickerungsfähiger Betonpflastersteine, da Langzeittests eine Reduzierung der Leistungsfähigkeit von versickerungsfähigen Pflasterbelägen ergeben haben.
Das überschüssige Wasser kann in angrenzende Grünflächen geleitet werden. Es ist auch möglich, einen Anschluss an die Kanalisation oder in ein Sickersystem vorzusehen.
Wasserdurchlässigkeit von grossporigen BetonbelägenAufgrund der Langzeiterfahrungen bei versickerungsfähigem Pflaster ist mit einem Abflussbeiwert von 0.2 (Beläge mittleren Alters) bis 0,5 (leicht verschlämmte, ältere Beläge) zu rechnen.
Das bedeutet, dass bei stärkeren Regenereignissen 80% des Wassers versickert und 20% über eine Entwässerungseinrichtung abgeführt werden muss. Im Neuzustand werden derartige Flächenbefestigungen nahezu 100 % des Regenwassers abführen.
Starkregenereignisse mit einer Regenspende (r) bis zu
0,027 l/s x qm
(das sind 1,6 l/min x qm oder 270 l/s x ha oder 97mm/Std x qm)
können dauerhaft über die Fugen und offenporigen Steine in das Erdreich sickern.
Zu beachtende Normen- Die VSS Norm 641 101 SIA 318 Norm und SN 589 000 sind zu berücksichtigen